← Startseite

SaaS oder eigener Server: Wie man das für eine arbeitsmedizinische Praxis entscheidet

Die Frage wird meist als Glaubensfrage geführt — „Daten gehören ins Haus" gegen „Cloud ist sowieso sicherer" — und ist in Wahrheit eine Frage nach vier konkreten Punkten: Wer haftet technisch, wer arbeitet mobil, was kostet es über fünf Jahre, und wie kommt man wieder heraus. Diese Seite beantwortet sie produktneutral. Prevomed ist eine SaaS-Lösung; wo das ein Nachteil ist, steht es hier trotzdem.

Demo vereinbaren · Preise ab 49 €/Monat

Die vier Fragen, an denen die Entscheidung wirklich hängt

Frage 1: Wer trägt die technische Verantwortung?

Gesundheitsdaten sind besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO, und Art. 32 verlangt angemessene technische Maßnahmen. Bei einer Installation im eigenen Haus schuldet die Praxis diese Maßnahmen selbst: Verschlüsselung, Sicherung, Wiederherstellung, Protokollierung, Zugriffskontrolle, physischer Schutz des Geräts. Bei SaaS übernimmt der Anbieter sie als Auftragsverarbeiter — die Verantwortung bleibt bei der Praxis, die Ausführung nicht. Wer im Haus betreibt, sollte ehrlich beantworten, wer diese Aufgaben tatsächlich erledigt.

Frage 2: Wie viel Arbeit findet außerhalb der Praxis statt?

Wer überwiegend in eigenen Räumen untersucht, spürt den Unterschied kaum. Wer Begehungen macht, Einsatztage im Betrieb hat oder mehrere Standorte betreut, spürt ihn täglich: Ein installiertes System bedeutet dort Laptop-Abgleich vor und nach dem Termin, mit einem doppelten Datenstand dazwischen. Das ist der Punkt, an dem die Entscheidung in der Arbeitsmedizin meistens fällt.

Frage 3: Was kostet es über fünf Jahre, nicht im ersten Monat?

Ein Monatspreis wirkt gegenüber einer Einmallizenz teuer, bis man vollständig rechnet. Auf die Lizenz kommen Serverhardware und deren Ersatz, Einrichtung, jährliche Wartung, Modul-Aufpreise, Sicherungsmedien und die Arbeitszeit, die jemand für den Betrieb aufwendet. Umgekehrt läuft eine Monatsgebühr eben monatlich weiter. Beide Seiten über denselben Zeitraum rechnen — alles andere vergleicht Äpfel mit einer Rechnung.

Frage 4: Wie kommt man wieder heraus?

Das ist der berechtigte Einwand gegen SaaS: Die Daten liegen beim Anbieter. Entscheidend ist deshalb, was vertraglich zum Export zugesagt ist — in welchem Format, in welcher Frist, zu welchen Kosten. Bei einer Installation im Haus liegt die Datei zwar physisch bei Ihnen, ist aber oft in einem Format, das nur das eigene Programm liest. Ein Datenbestand, den niemand sonst öffnen kann, ist keine Unabhängigkeit.

Wann welches Modell die richtige Wahl ist

Für eigenen Betrieb spricht: bestehende IT und besondere Auflagen

Wenn ohnehin eine professionell betreute IT-Abteilung existiert — etwa in einem Klinikverbund —, ist der Eigenbetrieb eine tragfähige Entscheidung. Gleiches gilt bei Auflagen, die eine Verarbeitung ausschließlich in einer bestimmten Umgebung verlangen. Der Betrieb im eigenen Haus ist dann kein Rückschritt, sondern eine bewusste Wahl mit vorhandenen Mitteln.

Für SaaS spricht: kleine Einheiten und Arbeit vor Ort

Für Einzelpraxen und kleine Teams ohne eigene IT ist der Betrieb im Rechenzentrum in aller Regel die sicherere Variante — schlicht, weil Sicherung, Verschlüsselung und Aktualisierung dort tatsächlich stattfinden statt auf einer To-do-Liste. Kommt Arbeit im Betrieb dazu, verschiebt sich die Abwägung weiter, weil der Laptop-Abgleich entfällt.

Der Mittelweg, den es tatsächlich gibt: SaaS mit eigener Instanz

Die Gegenüberstellung „eigener Server oder geteilte Cloud" ist unvollständig. Prevomed betreibt je Kunde eine eigene, isolierte Instanz im Rechenzentrum: keine gemeinsame Datenbank mit anderen Praxen, aber auch kein Gerät, das jemand in der Praxis warten muss. Das ist der Punkt, an dem die meisten Bedenken gegen „Cloud" ins Leere laufen.

Worauf bei jedem SaaS-Anbieter zu bestehen ist

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, Serverstandort in der EU, ein benennbares Rechenzentrum mit Zertifizierung, verschlüsselte Speicherung, eine Zugriffskontrolle, die über ein Passwort hinausgeht, und eine schriftliche Zusage zu Export und Löschung nach Vertragsende. Fehlt einer dieser Punkte, ist die Frage nicht SaaS gegen On-Premise — dann ist es der falsche Anbieter.

Was Prevomed dazu konkret zusagt

Eigene Instanz je Kunde, ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum in Deutschland, Mutual TLS mit gerätegebundenen Zertifikaten, AES-256 mit Entschlüsselung nur flüchtig im Arbeitsspeicher der aktiven Session, AVV für die gesamte Praxis, Datenexport jederzeit kostenlos, monatlich kündbar bei Flex, Praxis und Zentrum. Die Zertifizierung betrifft den Rechenzentrumsbetrieb, nicht Prevomed als Produkt — diese Unterscheidung ist uns wichtig, weil sie oft verwischt wird.

Entscheidungskriterien nebeneinander. Die Spalte „On-Premise" beschreibt das Betriebsmodell allgemein, nicht ein bestimmtes Produkt. Stand: August 2026.
KriteriumEigener Server (On-Premise)SaaS mit eigener Instanz
Technische Umsetzung der DSGVO-MaßnahmenPraxis selbstAnbieter als Auftragsverarbeiter
Verantwortlicher im Sinne der DSGVOPraxisPraxis
DatensicherungSelbst zu organisieren und zu testenTeil des Betriebs
SicherheitsupdatesTermingebunden, oft verschobenLaufend, ohne Zutun der Praxis
Zugriff bei Einsätzen im BetriebLaptop mit AbgleichEchtzeit, gerätegebunden per Zertifikat
Kosten Jahr 1Lizenz, Hardware, Einrichtung, SchulungMonatsgebühr ab 49 € zzgl. MwSt.
Kosten FolgejahreWartungsvertrag, Hardware-Ersatz, BetriebsaufwandMonatsgebühr, unverändert
Ausfall der HardwareRisiko und Ersatz bei der PraxisRedundanz im Rechenzentrum
MandantentrennungEntfällt — nur eigene DatenEigene isolierte Instanz je Kunde
AusstiegDatei vorhanden, Format oft proprietärExport jederzeit kostenlos, monatlich kündbar
Geeignet fürEinheiten mit eigener IT-AbteilungEinzelpraxen, Teams ohne IT, viel Arbeit vor Ort

Häufige Fragen

Dürfen arbeitsmedizinische Gesundheitsdaten in der Cloud verarbeitet werden?
Ja, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind: ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, angemessene technische und organisatorische Maßnahmen nach Art. 32 und ein Verarbeitungsort, der keine unzulässige Drittlandsübermittlung auslöst. Die ärztliche Schweigepflicht nach § 203 StGB steht dem nicht entgegen — § 203 Abs. 3 StGB erlaubt die Einbindung mitwirkender Personen ausdrücklich, verpflichtet aber zu sorgfältiger Auswahl und Verpflichtung des Dienstleisters.
Ist ein Server in der eigenen Praxis nicht grundsätzlich sicherer?
Nicht grundsätzlich. Ein Gerät im eigenen Haus ist genau so sicher, wie es betreut wird: Ob Sicherungen laufen und wiederherstellbar sind, ob Sicherheitsupdates zeitnah eingespielt werden, ob die Festplatte verschlüsselt ist, ob der Raum abgeschlossen ist. Wo diese Aufgaben tatsächlich jemand erledigt, ist Eigenbetrieb eine gute Wahl. Wo sie nebenher mitlaufen sollen, ist der Betrieb in einem zertifizierten Rechenzentrum in aller Regel die sicherere Variante.
Was kostet der Betrieb im eigenen Haus wirklich?
Neben der Lizenz fallen typischerweise an: Serverhardware und deren Ersatz nach einigen Jahren, Einrichtung, jährlicher Wartungsvertrag, Aufpreise für einzelne Module, Sicherungsmedien und die Arbeitszeit für den laufenden Betrieb. Diese Posten stehen selten zusammen in einem Angebot. Für einen belastbaren Vergleich beide Modelle über denselben Zeitraum rechnen, üblicherweise fünf Jahre.
Was passiert bei SaaS mit den Daten, wenn der Anbieter ausfällt?
Deshalb gehört der Export in den Vertrag, nicht in ein Verkaufsgespräch. Bei Prevomed ist der Datenexport jederzeit kostenlos in maschinenlesbaren Formaten möglich, und Flex, Praxis und Zentrum sind monatlich kündbar. Wer einen SaaS-Anbieter prüft, sollte sich Format, Frist und Kosten des Exports schriftlich geben lassen — bei jedem Anbieter, auch bei uns.
Bietet Prevomed eine On-Premise-Installation an?
Nein, nicht als Standard. Prevomed wird als SaaS mit einer eigenen, isolierten Instanz je Kunde betrieben. Besondere Anforderungen an Server-Spezifikationen und SLAs werden im Tarif Enterprise individuell besprochen. Wenn Ihre Auflagen zwingend eine Installation in Ihrer eigenen Umgebung verlangen, sagen wir das im Erstgespräch offen, statt es passend zu reden.

Weiterlesen