Laboranbindung: Befunde landen in der Akte, nicht im Postfach
Bei einer Reihenuntersuchung mit dreißig Personen entstehen dreißig Laborbefunde — und ohne echte Schnittstelle dreißig Vorgänge, bei denen jemand ein PDF öffnet, die richtige Person sucht und den Befund ablegt. Prevomed unterstützt HL7, LDT und GDT: Die Werte laufen automatisiert in die richtige Probandenakte.
Ein PDF im E-Mail-Postfach lässt sich nicht auswerten, nicht durchsuchen und nicht mit früheren Werten vergleichen. Es muss gelesen, zugeordnet und abgelegt werden — jedes Mal von Hand.
Zuordnungsfehler fallen spät auf
Wenn Befunde manuell zugeordnet werden, landet früher oder später einer in der falschen Akte. Bei Gesundheitsdaten ist das kein Schönheitsfehler, sondern ein meldepflichtiger Vorfall.
Verlaufswerte gehen verloren
Gerade in der Arbeitsmedizin ist die Entwicklung über Jahre aussagekräftiger als der Einzelwert — etwa bei Audiometrie oder Belastungsparametern. Als abgelegtes PDF ist dieser Verlauf praktisch nicht nutzbar.
Wie die Funktion arbeitet
LDT für die Laborkommunikation
Der in Deutschland etablierte Standard für den Datenaustausch mit medizinischen Laboren. Befunde kommen strukturiert an und werden der Probandenakte automatisch zugeordnet. Ab dem Tarif Zentrum inklusive.
GDT für Geräte in der Praxis
Messgeräte im Untersuchungsraum übergeben ihre Ergebnisse direkt an die Akte, statt dass Werte abgelesen und eingetippt werden.
HL7 für die Anbindung an Klinik- und Fremdsysteme
Der internationale Standard für den Austausch zwischen medizinischen Informationssystemen — relevant vor allem dort, wo Prevomed neben einem bestehenden Klinik- oder Konzernsystem läuft.
Verschlüsselt wie alle übrigen Daten
Eingehende Befunde unterliegen derselben Architektur wie der Rest: eigene Server-Instanz, AES-256, Entschlüsselung nur flüchtig im Arbeitsspeicher der aktiven Sitzung.
Der Befund landet am Vorgang, nicht im Ordner
Ein eingehender Laborwert wird der Probandenakte und dem auslösenden Vorsorgeanlass zugeordnet. Damit ist bei der nächsten Untersuchung sofort sichtbar, worauf sich ein Wert bezog — statt dass jemand aus dem Datum zurückrechnet, zu welcher Untersuchung er gehörte.
Was ankommt, ist auch abrechenbar
Weil Befunde am Vorgang hängen, stehen die zugehörigen Leistungen für die GOÄ/BG-Abrechnung bereit, ohne dass sie separat erfasst werden. Laboranbindung und Abrechnung greifen ineinander, statt zwei getrennte Arbeitsschritte zu bleiben.
Häufige Fragen
Welche Schnittstellen unterstützt Prevomed?
HL7, LDT und GDT. LDT ist der übliche Weg für die Kommunikation mit medizinischen Laboren in Deutschland, GDT für Messgeräte in der Praxis, HL7 für den Austausch mit Klinik- und Fremdsystemen.
Ist die Laborschnittstelle in allen Tarifen enthalten?
Nein. Die Laborschnittstelle (LDT) ist ab dem Tarif Zentrum (349 €/Monat zzgl. MwSt.) inklusive und in Enterprise enthalten. In Flex und Praxis ist sie nicht Bestandteil des Tarifs.
Funktioniert die Anbindung mit meinem bestehenden Labor?
Das hängt davon ab, welche Formate und Übertragungswege Ihr Labor anbietet — LDT wird von den meisten unterstützt. Welche Anbindung in Ihrem Fall konkret nötig ist und was sie an Einrichtung erfordert, klären wir im Erstgespräch, statt es pauschal zuzusagen.
Kann ich Verlaufswerte über mehrere Jahre vergleichen?
Ja — genau das ist der Zweck strukturierter statt dokumentbasierter Übernahme. Werte, die über die Schnittstelle ankommen, liegen als Daten in der Probandenakte und nicht als Anhang.
Was ist der Unterschied zwischen LDT, GDT und HL7?
LDT (Labordatentransfer) ist der deutsche Standard für die Übermittlung von Laborbefunden zwischen Labor und Praxis. GDT (Gerätedatentransfer) regelt die Kommunikation mit Messgeräten im Untersuchungsraum — etwa Audiometer oder Spirometer. HL7 ist der internationale Standard für den Austausch zwischen medizinischen Informationssystemen und dort relevant, wo Prevomed neben einem Klinik- oder Konzernsystem betrieben wird. In der betriebsärztlichen Praxis sind LDT und GDT die beiden Formate, die im Alltag zählen.
Müssen Befunde nach dem Import noch freigegeben werden?
Die ärztliche Beurteilung bleibt selbstverständlich ärztliche Aufgabe — die Schnittstelle übernimmt die Übertragung und Zuordnung, nicht die Bewertung. Was sie erspart, ist das Suchen, Zuordnen und Ablegen; was sie nicht ersetzt, ist der fachliche Blick auf den Wert.
Was passiert, wenn ein Befund keiner Akte zugeordnet werden kann?
Er bleibt als offener Vorgang sichtbar, statt still zu verschwinden. Genau das ist der Unterschied zu einem PDF-Postfach: Ein nicht zuordenbarer Befund fällt auf und wird bearbeitet, statt ungelesen zwischen anderen Mails zu liegen.